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Hochwasserhilfe im Land hat funktioniert

12. 06. 2024

Mehr als drei Wochen ist es mittlerweile her seit dem schweren Pfingst-Hochwasser, infolge massiver Regenfälle im Saarland. Noch immer laufen die Aufräumarbeiten in Mandelbachtal. In der Umgebung sind Hauptverkehrsstraßen weiterhin gesperrt, von Hangrutschen verschüttet oder von reißendem Wasser unterspült. Die Instandsetzung der Straßen wird voraussichtlich noch viel Zeit in Anspruch nehmen. Der Versuch eine genaue Schadensumme zu ermittelt dauert an. Viele Hochwasser-Geschädigte stehen vor erheblichen Renovierungskosten. Laut Saarland Versicherungen geht der Gesamtschaden in die Millionenhöhe.

Im Gegensatz zu der verheerenden Flut im Ahrtal von Juli 2021 – und den aktuellen Überschwemmungen in Baden-Württemberg und Bayern – ist die Flut im Saarland weitgehend glimpflich verlaufen. Bis auf einen tragischen Unfall waren keine Verletzten oder Todesfälle zu beklagen. Warnungen und Meldeketten haben gut funktioniert.

Die Infrastruktur im Saarland ist vor Zerstörungen relativ verschont geblieben – anders als vor drei Jahren im Ahrtal. Der Gesamtverband der Versicherer schätzt dort die Schadenssumme auf knapp neun Milliarden Euro. Die Flut vom Ahrtal war die bislang folgenschwerste Naturkatastrophe Deutschlands. Im Ahrtal wurden Häuser und ganze Straßenzüge von den Wassermassen weggerissen, Brücken zerstört – einschließlich Telefon- und Datenleitungen und anderer Infrastruktur.

Die Meldekette aus Wettervorhersage zur Gefahrenwarnung, bis hin zur Vorbereitung der Gemeinden und der Rettungseinsätze auf Hochwasser hat im Saarland funktioniert. Das hatte das Land auf die Anfrage des Saarländischen Rundfunks bestätigt.

Für den Katastrophenschutz gab es sogar Lob von Wetterexperte Jörg Kachelmann. Auf Spiegel. de ist er zu hören „Wir hoffen, dass das tolle Beispiel des Saarlands… Schule macht. Wie Katastrophenschutz und Feuerwehren auf allen Ebenen so zusammenarbeiten, dass selbst eine schlimme Lage – wie zuletzt – nicht so schlimm ausgehen muss, wie man aufgrund vergangener Ereignisse befürchten musste – das Saarland hat gezeigt, wie es geht.“

Hochwasserschutz – Im Saarland bleibt das auch in Zukunft eine Aufgabe

Obwohl die Saar dieses Mal nach Daten der Landesregierung teils mehr Wasser geführt hat als 1993, sei eine „Jahrhundertflut“ ausgeblieben. Denn seit den 90er Jahren wird kontinuierlich an der Renaturierung der Flüsse gebaut, um so auch geplante Überflutungszonen zu ermöglichen.

Das Saar-Hochwasser ist nicht mit der Hochwasser-Katastrophe im Ahrtal vergleichbar. Beim Katastrophenschutz haben die Menschen daraus gelernt. Wie das Land auf Anfrage des Saarländischen Rundfunks mitteilte, habe man nach 2021 gezielt auch die Abläufe der Einsatzkräfte im Falle eines Hochwassers noch einmal optimiert.

Das Saarland hat auch aus eigenen Erfahrungen gelernt. Das Saar-Hochwasser Ende 1993, aber auch Starkregen-Ereignisse 2006, 2016 und 2018, die große Schäden anrichteten. Das Land habe daraufhin die Hochwasservorsorge ausgebaut, also Rückhaltebecken angelegt, Bachläufe renaturiert und Gefahrenkarten für Kommunen erstellt, wie ein Sprecher des Innenministeriums sagte. Und: „Selbstverständlich sind auch Erkenntnisse genutzt worden, die auf der Ahrflut beruhen.“

„So wurden beispielsweise die Erfahrungen saarländischer Kräfte, die in Rheinland-Pfalz im Einsatz waren mit allen relevanten Akteuren gemeinsam ausgewertet, Optimierungsbedarfe identifiziert und erste Schritte zur Verbesserung der Gefahrenabwehr im Saarland eingeleitet.“ so Julian Lange, Regierungssprecher. Im Saarland sind in den vergangenen Jahren viele Maßnahmen zum Schutz vor Hochwasser getroffen worden. Trotz allem aber, sagt Lange: „Einen absoluten Schutz vor Überschwemmungen gibt es nicht.“

Digitalisierung als Chance der Katastrophen-Vorwarnung. Bei der Katastrophenhilfe zählt besonders schnelle Kommunikation. Die Meldesysteme werden deutschlandweit jedes Jahr beim Bundeswarntag getestet. Die Wan-App NINA, WarnWetter des Deutschen Wetterdienstes, Cell Broadcast, Katwarn, Mowas, die Warnsysteme haben gut funktioniert.

Bereits einen Tag vor der Flut hatte die Gemeinde Mandelbachtal auf ihrer Facebook-Seite mit der amtlichen Unwetterwarnung vor ergiebigen Dauerregen gewarnt. Am Freitag, den 17. Mai wurde zur persönlichen Information der Menschen vor Ort ein Bürgertelefon eingerichtet. Während der Flut an den Pfingsttagen wurde ständig Informationen gesammelt und über die sozialen Medien Instagram, Facebook und auf der gemeindeeigenen Internetseite www.mandelbachtal.de veröffentlicht.

Ab dem Freitagmorgen, 17. Mai 2024 waren alle Löschbezirke der Freiwilligen Feuerwehr Mandelbachtal im Einsatz. Sie mussten dabei über 180 Einsätze im gesamten Gemeindegebiet abarbeiten. Schwerpunkt war ab Samstag die Hochwassersituation in Habkirchen und Bliesmengen-Bolchen.

Mit Beginn der Flächenlage (Ereignisse mit vielen gleichzeitigen Einsatzstellen, wie zum Beispiel Unwetterereignisse, Großschadenslagen) am Freitagmorgen wurde umgehend im Feuerwehrgerätehaus Mandelbachtal Ormesheim eine kommunale Befehlsstelle eingerichtet, um die Einsätze zu priorisieren. Die Befehlsstelle blieb bis zum Pfingstsonntag durchgehend besetzt.

Hier wurden gemeindeweit die Einsätze und die die Logistik koordiniert. Über 10.000 Sandsäcke, Treibstoffe für die Feuerwehrfahrzeuge und Verpflegung für die Einsatzkräfte wurden organisiert. Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass die Zusammenarbeit aller Mandelbachtaler Löschbezirke untereinander sowie mit anderen Hilfsorganisationen (THW, DRK, etc.) hervorragend funktioniert hat.

Nach der Flut wurden umgehend online die Angebote für finanzielle Hilfen des Landes, des Saarpfalz-Kreises sowie der Kommune, Hilfsangebote der Evangelischen Kirche und Diakonie und Hochwasser-Rabatt-Aktionen privater Unternehmen vorgestellt. Für alle Bürgerinnen und Bürger, die diese Informationen in gedruckter Form vorziehen sind die Hilfsangebote im Bekanntmachungsblatt der Gemeinde veröffentlicht worden.

Am 5. Juni 2024 fand eine gemeinsame Sitzung der Löschbezirksführer und der Leitung der Verwaltung statt. Es wurde eine Bilanz gezogen, was während des Hochwasser-Einsatzes bereits gut funktioniert hatte und was in Zukunft noch verbessert werden kann.

Von der Gemeindeverwaltung wird derzeit darauf hingewirkt, dass in Mandelbachtal Habkirchen eine eigene Pegelmeldestelle durch das LUA (Landesamt für Umwelt und Arbeitsschutz) installiert werden soll, zusätzlich zu der bereits bestehenden Pegelmessstelle in Reinheim. Dazu wird voraussichtlich Ende Juni eine Ortsbegehung mit dem LUA stattfinden. Der Antrag geht auch dahin, dass durch die Pegelmessstelle in Reinheim – gerade in zukünftigen Hochwassersituationen – Messungen in engeren Zeitabständen als bisher geliefert werden sollen.

Bemerkenswert war – neben dem engagierten Einsatz der Feuerwehren, des THW, des DRK, der Polizei und des Gemeindebauhofs – auch die Bereitschaft zu spontaner privater Hilfe. Hilfe kam darüber hinaus auch aus Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen.

Unser Dank gilt insbesondere auch den EDEKA Märkten Schuck in Erfweiler-Ehlingen und EDEKA Lonsdorfer in Habkirchen für die großartige Unterstützung und Verpflegung der Einsatzkräfte. An EDEKA Lonsdorfer geht ein spezieller Dank dafür, dass während dem Hochwasser der Parkplatz vor dem Markt der Einsatzleitung der Feuerwehr zur Verfügung gestellt wurde. Danke auch an die Firma TERRAG, die in Habkirchen und Bliesmengen-Bolchen an Pfingstmontag kurzfristig Container zur Entsorgung von Sperrabfällen der vom Hochwasser betroffenen Bevölkerung zur Verfügung gestellt hatte und an Jürgen und seine Mitarbeiter vom DRK-Team aus Euskirchen, NRW.

Die gegenseitige Solidarität und Unterstützung haben das Gemeinschaftsgefühl in der Gemeinde noch stärker gemacht. Der Feuerwehr Mandelbachtal, allen weiteren Hilfsorganisationen und den privaten tatkräftigen Unterstützern von unserer Seite nochmals ein herzliches Dankeschön.

 

Ihre Gemeinde Mandelbachtal

 

 

Quellen: SR. de, sol. de, Spiegel. de, Pressesprecher der Feuerwehr Mandelbachtal

Fotos: Steffen Jung, freier Fotograf und Heilpraktiker, Mitglied im Verkehrsverein Mandelbachtal e.V.

Drohnen-Aufnahmen der Hochwasser-Situation vom 17. bis 22. Mai 2024.

 

Bild zur Meldung: Hochwasserhilfe im Land hat funktioniert

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