Mandelbachtal, 27. Juli 2026
Im Kirchenwald bei Mandelbachtal-Ormesheim ist ab dem Spätsommer ein umfangreicher Schadholzeinschlag vorgesehen. Betroffen sind Waldflächen am Heidekopf im weiteren Umfeld der Waldruhestätte. Das Gebiet wird intensiv zur Naherholung genutzt, unter anderem zum Wandern und Reiten.
Die Trockenheit und Hitze der vergangenen Jahre haben die Buchen stark geschwächt. Der fehlende Niederschlag und die massive Hitze in diesem Jahr haben schließlich dazu geführt, dass zahlreiche Bäume abgestorben sind oder so stark geschädigt wurden, dass sie nicht mehr erhalten werden können. Teilweise sind die Bäume bereits nicht mehr standsicher.
„Der Zustand der Bäume ist verheerend“, beschreibt Förster Hannes Born die Situation. Der Heidekopf ist aufgrund seiner exponierten Kuppenlage ein besonders trockener Waldstandort. Die Bäume stehen dort auf lehmigem Kalkboden und sind an längere Trockenperioden weniger gut angepasst als Bäume auf Standorten, die bereits von Natur aus trockener sind. Durch den Wassermangel entstehen gerade in größerer Stammhöhe Embolien in den Leitungsbahnen. Dadurch wird die Wasserversorgung der Kronen beeinträchtigt.
Die Hitze- und Dürrejahre seit 2018 haben den Buchenbestand bereits erheblich geschwächt. In diesem Jahr kamen erneut ausgeprägte Trockenheit und außergewöhnlich hohe Temperaturen hinzu. Im Saarland fiel im Frühjahr nur etwa die Hälfte der üblichen Niederschlagsmenge. Darauf folgte der wärmste Juni seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Auf dem ohnehin trockenen Heidekopf führte diese anhaltende Belastung dazu, dass zahlreiche vorgeschädigte Buchen abstarben. Auch spätere Niederschläge können diese Entwicklung nicht mehr umkehren.
Der geplante Schadholzeinschlag erfolgt nicht in erster Linie aus wirtschaftlichen Gründen. Im Mittelpunkt stehen der Arbeitsschutz und die Verkehrssicherheit. Der Kirchenwald ist ein stark frequentiertes Naherholungsgebiet. Wanderer, Reiter und andere Erholungssuchende nutzen die dortigen Wege regelmäßig.
Der Bestand muss jetzt aufgearbeitet werden, solange die geschädigten Bäume noch sicher gefällt und das Holz verwertet werden können. Mit fortschreitender Zersetzung verliert abgestorbenes Buchenholz rasch an Festigkeit. Gleichzeitig steigt die Gefahr, dass Stämme oder Äste unkontrolliert brechen. Die Fällarbeiten werden dadurch deutlich gefährlicher. „Warten wir noch ein Jahr, ist das Holz am Stamm weitgehend verfault und nicht mehr nutzbar“, sagt Förster Hannes Born.
Der Holzeinschlag soll beginnen, solange der Boden trocken und für die Forstmaschinen befahrbar ist. Bei stärkeren Niederschlägen im Herbst durchnässt der lehmige Untergrund und kann schließlich nicht mehr befahren werden. Die Arbeiten erfolgen nach den für den Gemeindewald geltenden Vorgaben einer zertifizierten nachhaltigen Waldbewirtschaftung.
Im Unterwuchs hat sich bereits eine neue Generation von Waldbäumen entwickelt. Dort wachsen unter anderem junge Bergahorne, Buchen und Eschen. Da auch künftig mit längeren Trockenperioden zu rechnen ist, sind stärker an Wärme und Trockenheit angepasste Baumarten wie Eiche, Elsbeere und Feldahorn für die weitere Entwicklung des Waldes besonders wichtig.
Aus dem Kirchenwald wird ein Holzertrag von etwa 500 Festmetern erwartet. Zum Vergleich: Der jährliche Holzertrag aus den Gemeindewäldern in Mandelbachtal liegt insgesamt bei etwa 3.000 bis 4.000 Festmetern.
Nach Angaben von Hannes Born handelt es sich um ein lokales Schadensbild am Heidekopf. Andere von ihm betreute Waldgebiete sind hiervon nicht in vergleichbarer Weise betroffen.
Am Donnerstag, 23. Juli 2026, fand um 15 Uhr ein weiterer Rundgang zur Vorinformation der politischen Vertreter vor Ort statt. Ausgangspunkt war der Parkplatz am Aussichtsturm. Von dort führte der Rundgang durch das vom Holzeinschlag betroffene Waldgebiet. Hannes Born erläuterte dem stellvertretenden Ortsvorsteher Dominik Wahrheit und Ortsratsmitglied Benedikt Diesinger die Schäden, die Gründe für den notwendigen Einschlag und den vorgesehenen Ablauf der Arbeiten.
Bereits bei einem früheren Ortstermin hatte Förster Hannes Born Bürgermeisterin Maria Vermeulen über die Situation informiert. „Das Ausmaß der Schäden macht mich sehr betroffen. Glücklicherweise wächst im Unterwuchs des geschädigten Waldes bereits eine neue Generation von Waldbäumen heran. Für die Zukunft brauchen wir hier einen vielfältigen Wald, zu dem auch Baumarten gehören, die Wärme und längere Trockenperioden besser vertragen“, erklärt Bürgermeisterin Maria Vermeulen.
Abgestorbene und schwer geschädigte Bäume am Heidekopf zeigen das Ausmaß der Schäden im Kirchenwald bei Mandelbachtal-Ormesheim. Foto: Stefan Eins, Gemeinde Mandelbachtal.
Förster Hannes Born erläutert beim Rundgang durch den Kirchenwald die Schäden am Baumbestand und die geplanten Arbeiten. Foto: Stefan Eins, Gemeinde Mandelbachtal.
Bild zur Meldung: Abgestorbene und schwer geschädigte Bäume am Heidekopf zeigen das Ausmaß der Schäden im Kirchenwald bei Mandelbachtal-Ormesheim. Foto: Stefan Eins, Gemeinde Mandelbachtal.