Die Zitterpappel, auch Espe oder Aspe genannt, ist ein einheimischer Laubbaum. Ihren Namen verdankt sie den Blättern, die schon bei geringster Luftbewegung in Bewegung geraten. Ursache ist der flache Blattstiel. Daher die Redewendung „zittern wie Espenlaub“.
Die Zitterpappel wächst als 15 bis 25 Meter hoher einheimischer Laubbaum aus der Familie der Weidengewächse und gehört zur Gattung der Pappeln. Sie hat meist einen geraden Stamm, kann aber auch strauchartig wachsen. Die Borke ist schwarzgrau und längsrissig. Ihre Krone ist locker und ungleichmäßig.
Typisch sind die fast kreisrunden Blätter mit schwach gekerbtem Rand. Der Blattstiel ist etwa so lang wie die Spreite. Die Blattoberseite ist dunkelgrün, die Unterseite heller. Im Herbst färbt sich das Laub goldgelb. Die Zitterpappel kann ein Alter von bis zu 100 Jahren erreichen.
Im Frühjahr entwickeln sich 4 bis 10 Zentimeter lange Blütenkätzchen. Die Art ist zweihäusig, es gibt also getrennte männliche und weibliche Bäume. Bestäubung und Samenverbreitung erfolgen durch den Wind.
Die Zitterpappel gehört zu den ersten Arten, die nach Stürmen, Bränden oder Kahlschlägen Flächen wieder besiedeln und den Aufbau von Mischwäldern fördern. Ihr Vorkommen ist typisch für Flächen, auf denen sich ein vielfältiger Mischwald entwickelt.
Die Zitterpappel ist Baum des Jahres 2026. Die Wahl macht auf den Wert und den Schutz dieser Baumart aufmerksam. Die Aktion „Baum des Jahres“ richtet den Blick auf den Wert und den Schutz von Bäumen in Wäldern, in Städten und in der Landschaft.
Als Nahrungsquelle und Lebensraum ist die Zitterpappel für viele Arten wichtig, darunter Bienen, Schmetterlingsraupen, Käfer und Schwebfliegen.
Die Zitterpappel wird für Holzgewinnung, zum Beispiel für Sperrholz, Spanplatten, Holzwolle, Zündhölzer und Papier, genutzt. Auch in der Naturheilkunde findet sie Anwendung. Rinde, Blätter und Knospen werden wegen ihrer schmerzstillenden, entzündungshemmenden und fiebersenkenden Eigenschaften verwendet.
In Gedichten und Naturtexten steht die Zitterpappel für Neuanfang und Beständigkeit. Im Zusammenhang mit dem Klimawandel gilt sie als Beispiel für Anpassungsfähigkeit.
Die Auszeichnung „Baum des Jahres“ wird seit 1989 von der „Baum des Jahres – Dr. Silvius Wodarz Stiftung“ vergeben. Ein Gremium aus 33 Mitgliedern entscheidet darüber, darunter auch der Bundesverband der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald. Gründe für die Auswahl sind unter anderem Gefährdung, Seltenheit, Krankheiten, der Klimawandel oder die Bedeutung für den Menschen. Ziel ist es, die jeweilige Baumart stärker ins öffentliche Bewusstsein zu rücken.
Viele Städte und Grünämter werden durch die Wahl zum Baum des Jahres dazu angeregt, bei Neupflanzungen insbesondere die ausgezeichneten Baumarten zu berücksichtigen.
Quelle: Umweltdezernat, Stadt Blieskastel.
Bild zur Meldung: Espe (Populus tremula). Die Zitterpappel ist Baum des Jahres 2026. Foto: Wikimedia Commons, Willow, 29.04.2007, Lizenz: CC BY-SA 2.5