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SPURLOS VERSCHWUNDEN? Ausstellung zur deutsch-polnischen Geschichte im Saarpfalz-Kreis

Mandelbachtal, den 24.​11.​2025

21. November 2025 – 9. Januar 2026 · Kreisverwaltung Homburg, Am Forum 1

Die Kreisverwaltung des Saarpfalz-Kreises zeigt die Ausstellung "SPURLOS VERSCHWUNDEN? Auf der Suche nach polnischen Lebenszeichen aus dem Zweiten Weltkrieg". Die vom Deutschen Polen-Institut konzipierte Schau erinnert an die fast drei Millionen Menschen aus Polen, die während des Krieges auf deutschem Gebiet lebten und macht ihre Spuren im Saarland sichtbar – etwa in Homburg, Völklingen oder Lebach.

Im Mittelpunkt stehen Polinnen und Polen, die im Saarland und in Rheinland-Pfalz Zwangsarbeit verrichten mussten. Auch im Saarpfalz-Kreis finden sich Spuren, etwa das Lager der Reichsbahn in Homburg-Beeden oder die Einsätze in der Industrie in Homburg, Bexbach und St. Ingbert. Viele Menschen überlebten die schweren Bedingungen nicht. Die heute kaum noch sichtbaren Orte zeigen, wie wichtig Erinnerung bleibt.

Ein Beispiel dieser Schicksale schilderte Prof. Dr. Peter Oliver Loew bei der Eröffnung. 1942 kam es in Beckingen zu einer Liebesbeziehung zwischen einer deutschen Frau und einem polnischen Zwangsarbeiter, aus der ein Kind hervorging. Solche Beziehungen waren streng verboten. Die Frau wurde kurz vor Kriegsende im KZ Ravensbrück ermordet, der polnische Mann nahm sich aus Verzweiflung das Leben.

Zur Eröffnung sprachen außerdem Landrat Frank John, Konsul Bartlomiej Ksiazek und die Europabeauftragte Dr. Violetta Frys. Sie betonten die Bedeutung einer sachlichen, empathischen Erinnerungskultur und die Verantwortung, historische Erfahrungen in den europäischen Dialog einzubringen.

Die Ausstellung zeigt auf 23 Tafeln persönliche Geschichten, darunter auch Fälle, in denen Menschlichkeit zwischen Deutschen und Polen vom NS-Regime hart bestraft wurde. Diese Zusammenhänge stellten Julia Roettjer und Christof Schimsheimer vom Deutschen Polen-Institut im begleitenden Vortrag vor.

Die Ausstellung ist bis zum 9. Januar 2026 während der Öffnungszeiten der Kreisverwaltung Homburg zu sehen. Wegen der Eingangskontrolle der Verwaltung ist eine kurze Anmeldung per E-Mail an oder telefonisch unter 06841 104-8587 notwendig. Der Eintritt ist frei.

Dieser Text wurde redaktionell bearbeitet. Quelle: Pressestelle des Saarpfalz-Kreises, Homburg, 21. November 2025

 

Bild zur Meldung: Bei der Ausstellungseroeffnung (v. l.): Landrat Frank John, Prof. Dr. Peter Oliver Loew, Julia Roettjer, Dr. Violetta Frys und Konsul Bartlomiej Ksiazek. Foto: Sandra Brettar