„Das Ehrenamt hat unbestritten einen hohen Stellenwert. Erst kürzlich fand die Verleihung des Ehrenzeichens „Hochwasserhilfe Saarland 2024“ auch für die Helferinnen und Helfer im Saarpfalz-Kreis statt, die Zeugnis dafür liefert. Ohne das Ehrenamt in all seinen Facetten ginge es nicht in unserer Gesellschaft“, sagt Landrat Dr. Theophil Gallo. Das sei aber nur eine Seite der Medaille. „Die andere sieht nicht ganz so rosig aus und zwingt uns dazu, zu handeln, wenn wir dringend notwendige Strukturen gerade im Bereich der Feuerwehren und Hilfsorganisationen aufrechterhalten wollen – die wir schlicht und ergreifend zum Überleben brauchen. Es fehlen hier zunehmend Menschen, die einerseits verlässlich herangezogen werden können oder sich in dieser Weise engagieren, die aber andererseits auch Entlastung erfahren, wenn eine zu bewältigende Lage lange andauert. Da reicht mitunter auch ein sporadischer, durchaus gut gemeinter Einsatz des Einzelnen nicht mehr. Die Zahl der ehrenamtlich Tätigen schrumpft, der Anspruch in unserer Gesellschaft auf Hilfe in allen Lebenslagen wird indes größer. Wenn wir davon ausgehen, dass kritische Situationen zunehmen werden oder auch länger andauern, brauchen wir mehr organisierte und ausgebildete Menschen, die auch mit Technik und Werkzeug umgehen können, dafür ausgebildet sind. Wir brauchen mehr Menschen, die in der Lage sind, als Ersthelfer zu agieren, wenn kein Notarzt oder Rettungssanitäter in der Nähe ist. Es bekümmert mich zu sehen, dass sich immer mehr Menschen auf die Hilfeleistung durch Ehrenamtliche verlassen, sich persönlich aber dezent bei allem oder vielem zurückhalten. Und dann gibt es noch die, die meinen, Helfer behindern oder sogar tätlich angreifen zu müssen. Das ist einfach nur asozial. Dies Entwicklung hat schon vor langer Zeit schleichend begonnen und das entstehende Defizit wird uns früher oder später hart treffen, wenn wir nicht frühzeitig, jetzt, entgegenwirken – alle zusammen und jeder für sich.“