Gemeinsamer Einsatz gegen Misteln in Mandelbachtal-Ormesheim

Mandelbachtal, den 27.​11.​2025

Am Samstag, dem 22. November 2025, arbeiteten Mitglieder von Bliesgauobst, des Obst- und Gartenbau Verein Ormesheim sowie Helfende des Biosphärenzweckverbands gemeinsam an zwei Standorten daran, Misteln aus alten Obstbäumen zu schneiden. Am Morgen war die Gruppe an der Ormesheimer Neumühle im Einsatz, am Nachmittag in der Nähe des Friedhofs.

Fachleute begleiteten den Einsatz und bestätigten den nötigen Rückschnitt der alten Bäume.

Zwischen den beiden Arbeitseinsätzen gab es am Rathaus eine kurze Pause mit einem kleinen Imbiss für die Teilnehmenden.

Die geschnittenen Misteln werden beim Ormesheimer Weihnachtsmarkt am 29. November auf dem Schulhof verkauft. Der Erlös unterstützt die Jugendarbeit des Obst- und Gartenbauvereins Ormesheim.

In den kommenden Monaten sind weitere Pflegeeinsätze in verschiedenen Ortsteilen geplant. Diese Einsätze tragen dazu bei, das typische Landschaftsbild, den Artenreichtum und die Kulturlandschaft im Bliesgau zu erhalten. Interessierte können sich jederzeit anschließen.

Hintergrund

Misteln haben sich in den letzten Jahren in den landschaftstypischen Streuobstwiesen und in der offenen Kulturlandschaft der Biosphäre Bliesgau stark ausgebreitet. Streuobstwiesen gehören zu den artenreichsten Lebensräumen der Region und sind für viele Pflanzen, Insekten und Vogelarten von großer Bedeutung.

Die Mistel ist ein immergrüner Halbschmarotzer der Bäume. Sie betreibt eigene Photosynthese und entzieht ihrem Wirtsbaum aber gleichzeitig Wasser und Nährstoffe. Mit den Jahren werden befallene Bäume schwächer, verlieren Äste oder reagieren empfindlicher auf Trockenheit, Schnee und Wind. Besonders betroffen sind alte Apfelbäume, Pappeln, Weiden und auch Linden.

Da viele Streuobstwiesen heute nur noch selten gepflegt werden, können sich Misteln ungehindert weiterentwickeln, Früchte bilden und sich immer weiter ausbreiten. Dadurch wird der alte Bestand an Obstbäumen zunehmend gefährdet. Vögel fressen im Winter die Beeren und verteilen die klebrigen Samen auf weitere Bäume.

Regelmäßiges Ausschneiden der Misteln unterstützt den Erhalt der alten Obstbestände und damit der für den Bliesgau typischen Kulturlandschaft.

Ein herzlicher Dank gilt allen Engagierten, die mitgeholfen haben – für ihre Zeit, ihre Arbeit und ihre tatkräftige Unterstützung vor Ort.

 

 

Bild zur Meldung: Stark mit Misteln befallener Baum in der Winterlandschaft. Weißbeerige Mistel (Viscum album). Foto: Frank Vincentz, Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0)